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Fuerte Fan Magazin — das deutschsprachige Urlaubsmagazin für Fuerteventura

Fuerteventura Spezial-Report

LA OLIVA
und die umliegenden Ortschaften
Villaverde, Tindaya, Calderete und Vallebrón

Fuerte Fan Magazin — das deutschsprachige Urlaubsmagazin für Fuerteventura


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Aus der Winterausgabe 2002/03 des FUERTE FAN MAGAZINs                     von Hannelore von der Twer

Wir möchten unsere Beschreibungen der sehenswerten Ortschaften und Regionen Fuerteventuras weiter fortführen und laden Sie herzlich ein, diesmal den Kern der Gemeinde La Oliva mit den umliegenden Dörfern und Weilern Villaverde, Tindaya, Caldereta und Vallebron näher kennen zu lernen.

Wir beginnen unsere Tour bei der Ausfahrt Corralejo Richtung "La Oliva", am Kreisverkehr beim Fußballfeld, auf dessen Insel Anfang Juli 2002 ein Monument aufgestellt wurde, das die gesamten Kanaren zeigt. 

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Nachdem wir das "malpaís" (= schlechtes Land), wie die riesigen Junglavafelder der Nordvulkane genannt werden, hinter uns gelassen haben, umfängt uns die Kargheit, die Ruhe und die Unberührtheit der alten Agrarlandschaft.

Der Blick schweift über die Trockenmauern und das Panorama der drei Vulkanketten aus der 3. und 4. Eruptionsserie, mit den zahlreichen, in die Hänge gebauten Terrassenfeldern.

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Aus Feldsteinen ohne Mörtel
errichtete Trockenmauer

Rechts schaut die Dreieckspitze des Heiligen Berges der Altkanarier, des Montaña de Tindaya (401 m) über den Horizont.

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Montaña Tindaya

Links schließt sich der jüngste und letzte Vulkan der Insel, der M. Arena (420 m) an, hochgebrochen vor ca. 4000 Jahren, dessen Lava bis nach Lajares geflossen ist. Die jüngste oder 4. Serie ist daran erkennbar, dass noch keinerlei Kalkverkrustung und nur eine sehr geringe Verwitterung stattgefunden hat, so dass die Lavafelder noch ihren typischen "malpaís"-Aspekt bewahrt haben.


Montaña Arena

Noch weiter links zeichnet sich der kleine M. Salto ab, der vor den beiden großen Vulkanen wie ein Guglhupf-Kuchen aussieht.

Das nun vor uns auftauchende Dorf Villaverde liegt am Fuß des riesigen Montaña Escanfraga (529 m). Dieser höchste Vulkan der Insel hat weder Krater noch Spitze, sondern eine große Hochebene mit fruchtbarem Boden, und der von ihm geschaffene Vulkantunnel ist eine Fundgrube für Archäologen.

Weiter in der Linie sieht man die Berge Montaña Negra (288 m), M. Caiman (350 m), M. Pajarito (332 m), M. Caldera Blanca (329 m), M. Apartadero (126 m) und der 
M. Roja (312 m), der von hier aus gesehen so flach wie ein Tisch ist, mit seinem Nebenkrater Calderitilla de Roja, der am Ende des zauberhaften Dünengebietes von Corralejo sitzt, das seit 1982 unter Naturschutz steht.

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Montaña Pajarito
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In den Dünen von Corralejo 

Wenn Sie einen Moment mit dem Auto stehen bleiben, können Sie diese Anhäufung von Vulkanen in aller Ruhe bewundern, denn nun wissen Sie, dass das nicht nur karge Berge sind. Vulkanologen haben ermittelt, dass sie in 3 Reihen auf darunter liegenden Spalten liegen und die Richtung ONO - WSW anzeigen, wie die meisten der linear verlaufenden Vulkanreihen auf den Kanaren.

Zur Ausbruchserie III A (bis vor 690.000 Jahren) gehören die Krater M. Escanfraga, M. Caiman, M. Roja und Calderetilla, zur Ausbruchserie III B (nach 690.000 Jahren) 
M. Negra, M. Pajaito, M. Caldera Blanco, Zur Ausbruchserie III C zählen Montaña Quemada, M. de Salto, M. Mal Nombre und M. de Apartadero, und zur Serie IV gehört schließlich das Gebiet der Nordvulkane hinter Corralejo sowie der M. Arena, der jüngste von allen.

Besonders gegen Morgen und Abend, wenn die schrägen Strahlen der Sonne mit den Wolken die Licht und Schattenspiele auf die Vulkane zeichnen und die Farben sich ständig ändern, ist es ein unglaubliches Erlebnis.

Diese Bergwelt zwischen 300 - 500 m Höhe kann man herrlich abwandern. Ich kenne die Wanderwege alle, kommen Sie mit und Sie werden begeistert sein von dem Panoramablick über den gesamten Norden und die Mitte von Fuerteventura.

Sie sehen die Krater, die Höhlen und die Hochebene vom M. Escanfraga mit den speziellen Mauern, die das Regenwasser leiten, sie blicken hinunter in die langen U-Täler, in Millionen von Jahren eingefräste Flussbetten mit unzähligen Gavias, Terrassenfelder und oben die Cuchillos, die wie Messerrücken aussehenden schmalen Bergrücken. Sie erblicken die schwarzen Picón-Abraumhalden, wo General Franco in den 50er Jahren im Rahmen eines Hilfsplanes der Regierung für die unterentwickelte Insel den Tagebau des für die Bewässerung wichtigen Lavagranulats gefördert hat.

Sie können auf und um den jüngsten Vulkan, den M. Arena wandern, Sie können durch Sandbarrancos und trockene Flussbetten laufen, vom M. Roja bis Villaverde wandern und unterwegs beim Schweinebauern Gofio und Zwiebeln essen. Sie können aber auch den alten Dromedar-Serpentinenweg, an den Tiefbrunnen und dem Sisal-Agavenanbau vorbei, auf die furchtbare Hochebene des Escanfraga steigen.

Mein Nachbar Domingo, der dort oben auch seine Felder hatte, hat mir den ziemlich zerstörten alten Pfad gezeigt, und ich habe in 6 Wochen Arbeit mit Freunden durch Errichten von Steinmännchen den Weg wieder auffindbar gemacht.

"Caminos Reales" heißen die alte Wege der Einheimischen von Dorf zu Dorf oder auf ihre Felder. Zu diesen Wanderungen bekommen Sie die besten Erklärungen und natürlich gehört ein Picnic oder die Einkehr bei typischem Essen mit dazu. Rufen Sie mich einfach an: 0034 - 608 928 380.

Und nun nach Villaverde: Der Begriff "grün=verde" steckt in dem Wort, denn das Dorf in 200m Höhe hat 2 Faktoren, die es grün machen. Einmal der Nord-Ost-Passat, der Feuchtigkeit bringt, und zum anderen der "Picón" oder "Lapilli", der kleine, poröse Stein, der den Morgentau speichern kann. Diese Methode des Feldanbaus nennt man "Enarenado". Die Bauern hatten nur den kurzen Weg von einer Stunde zur Rückseite des Vulkans M. Arena zurückzulegen, um dort das Granulat abzuholen und auf ihre Felder zu bringen.

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Villaverde

Auf der Hauptstraße, auf der Sie sich jetzt befinden, ist schon die erste Touristin, Oliva M. Stone, am 30.01.1884 (laut Tagebuchaufzeichnung) auf einem Dromedar durch Villaverde geritten, und auch ihr ist schon das Grün der vielen Kaktuspflanzen mit den Cochinilleläusen aufgefallen.

Das erste Anwesen, sehr gepflegt, auf der rechten Seite am Anfang von Villaverde ist der original aufgebaute Bauernhof "CASA-MUSEO" LA ROSITA, was Ihr erstes Ziel sein sollte ( mit großem Parkplatz).

Der Vater der beiden Brüder, die abwechselnd das Anwesen betreuen, hatte die Ruine mit insgesamt 50.000 qm Grund, also Haus und Finca, 1957 gekauft, und dann originalgetreu restauriert.

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Casa Museo "La Rosita"

Vom großen Patio mit Tenne betreten Sie die einzelnen Räume. Die Bilder im ersten Museumsraum dokumentieren die Instandsetzung des Hauses und das Anlegen des Enarenado-Feldanbaus mit Picónsteinchen vom M. Arena. Die Feldsteine wurden von den Arbeitern zu 4 km langen Mauern aufgerichtet, und in deren Schutz wurden früher Linsen, Erbsen, Kartoffeln, Zwiebeln und vor allen Dingen Tabak angebaut. 

Der berühmte spanische Maler NESTOR hat schon 1930 ein Bild zu Werbezwecken für den kanarischen Tabak gemalt. Es hängt zwischen den alten Werkzeugen, die überall die Wände schmücken. Hier sah ich auch zum ersten mal die "ALMUD", eine Schubkarre ohne Räder, und die "PAHIBUELA", eine Trage, um Steine zu transportieren.

Im zweiten Raum bietet man allerlei Produkte der Insel an: Kaktusmarmelade, Käse, Honig, kanarische Literatur usw. Der alte Backofen und der Heuhaufen, der die geheime Speisekammer war, liegen ebenfalls draußen vor dem Haupthaus; die Weinstube lädt zum Verkosten ein.

Ein Entwässerungsgraben rund um das Gelände zeugt von der raffiniert ausgeklügelten Wasserversorgung. Brunnen und Teich befinden sich hinter den Tierställen. Im alten Schweinestall gibt es einen Grill und eine Probierstube.

Die gesamte Anlage wird durch Sonnenkollektoren und Windräder mit Energie versorgt. Im Moment hat der Hof viele junge Dromedarbabies und ein schöner Ritt auf den älteren Tieren zeigt Ihnen die zwei Gartentypen, die angelegt wurden: die endemischen, die einheimischen Pflanzen, neu gesetzt, und die vielen anderen Pflanzen, hineingesetzt ins naturbelassene "malpaís" (ca. 10.000 Pflanzen findet man hier!).

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Ein hübscher Palmenhain vervollständigt die gesamte Anlage. Geöffnet ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr. Man freut sich über Ihren Besuch.

Weiter geht's! Die nächste Einfahrt Richtung Dorfzentrum, rechts an einem Pferdestall vorbei, führt nach ca. 300 m zu der "CUEVA DEL LLANO DE VILLAVERDE". Hier hat das "Cabildo", die Inselregierung, einen "JAMEO"-Eingang restauriert (aber noch nicht öffentlich freigegeben), mit der Absicht, diesen besonderen Platz zu schützen und ihn kulturell und touristisch zu nutzen. Ein "JAMEO" (Begriff aus der Sprache der Altkanarier) ist ein Einbruch in der Decke eines Vulkantunnels. In diesem Falle hat der mächtige Vulkan M. Escanfraga vor uns die Röhre von ca. 500 m Länge mit zwei Abzweigungen geschaffen. Den berühmtesten "JAMEO" hat wohl die Insel Lanzarote mit den "JAMEOS DEL AGUA" (ausgestaltet vom legendären Künstler Cesar Manrique), die viele Touristen kennen.

In Villaverde sind 425 qm Fläche um und über dem Eingang des Jameos in rustikaler Bauweise aus Natursteinen gestaltet worden. Es gibt einen Aufenthaltsraum, einen Ausstellungsraum, einen Verkaufsstand, eine Cafetería mit WC und Lagerräume.

Die Biologen entdeckten bei ihren zahlreichen Forschungen in diesem Tunnel neben Resten von fossilen Wirbeltieren und Bauchfüßlern auch zwei neue Spinnenarten, die eine wurde bisher nur hier auf Fuerteventura entdeckt. Paläontologie, die das Wissen von der vorzeitlichen Tierwelt zum Thema hat, findet hier ein interessantes Betätigungsfeld.

Ich bin gespannt , wann das Projekt für öffentliches Publikum freigegeben wird!

Ca. 1 km von diesem Platz, Richtung Villaverde, direkt links an der Hauptsraße bei der Bushaltestelle, gibt es einen weiteren Deckeneinbruch, der zufällig bei Bauarbeiten 1979 entdeckt wurde. Er heißt: "LA CUEVA DE VILLAVERDE". Dieser Tunnel ist ca. 190 m lang und hier kam die Archäologie zu ihrem Erfolgserlebnis. Man fand Keramikreste, Steinwerkzeuge, Handmühlen, Knochenwerkzeuge, Muschelketten, Reste von Land- und Wassertieren, Aschenreste, und es wurde festgestellt, dass dort von ca. 300 n.Chr. bis 1400 n.Chr. nicht nur Wohnstätten waren, sondern dass man die Vulkanröhre auch als Beerdigungsstätte genutzt hatte. Man fand nämlich zwei Skelette, eines von einem erwachsenen Mann und das eines Kindes. Diese Fundgegenstände werden ab und zu ausgestellt, um damit mehr über das Leben der Ureinwohner, die "MAJOS", zu informieren. 

Ein paar Meter weiter an der Hauptstraße, allerdings etwas zurückversetzt, liegt ein aus Natursteinen wieder aufgebautes, altes Landhaus. Heutzutage beherbergt es das RESTAURANTE "EL HORNO". Der Stil passt genau zu dem langsam auch hier einsetzenden Alternativ-Tourismus, dem so genannten ländlichen Tourismus.
Umgeben vom Ambiente der alten Zeit, kann man hier die ausgezeichnete Küche von Marco genießen. Er, der Chef, kocht selbst und auf seiner Speisekarte finden Sie auch viele einheimische Gerichte. 

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Restaurante "El Horno"

Seine Familie ging schon immer mit dem Fortschritt. Sein Vater verkaufte vor 40 Jahren hier im Norden schon Benzin aus Kanistern an die Handvoll Autobesitzer, als es noch keine Tankstellen gab. Er vertrieb auch den berühmten Ziegenkäse auf der ganzen Insel, und seine Mutter "Carmela" hatte nebenan die erste Tienda-Bar im Dorf. Auf der einen Seite kauften die Frauen ein, auf der anderen Seite saßen die Männer und tranken ihren kanarischen Rum, ohne den hier nichts geht. Heute ist es ein wirklich gut sortierter "Tante Emma" -Supermarkt. 

Gegenüber dem Laden finden Sie das "MUSEO CASA MARCO", das seine Schwester führt. Hier bekommen Sie typische Produkte der Insel, wie Kaktuslikör, Maulbeermarmelade, Ziegenkäse, Feigen, sowie Töpferarbeiten und viele "Kleinig- und Großigkeiten". Für die Kinder sind Katzen, Ziegen und Esel zum Streicheln da. Schau'n Sie sich mal um! Es macht Spaß!

Erlauben Sie mir bitte, dass ich mich an dieser Stelle selbst kurz mit meinem Projekt "Tourismus-Rural" vorstelle: Seit 17 Jahren lebe ich hier auf dieser wunderschönen Insel der Farben, der Ruhe und der grandiosen Kargheit. Ich war immer im Reisegeschäft tätig, auch in Deutschland und bin hier offizielle Reiseleiterin für Fuerteventura und Lanzarote und habe vor einigen Jahren eine Wanderfirma aufgebaut. 28 verschiedene Routen, zumeist "CAMINOS REALES", habe ich privat im Programm und drei Touren werden Ihnen offiziell über die Reiseleiter im Ausflugsprogramm der verschiedenen Veranstalter angeboten. 

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Hier sehen Sie mich (hockend)
mit einigen Wandergästen vor den
Felszeichnungen auf dem Gipfel des
Montaña Tindaya

Hier in Villaverde mit Traumblick auf Lanzarote und Lobos können Sie in individuell eingerichteten Studios "ländlich" wohnen. Zu den Stränden von El Cotillo und Corralejo sind es nur 15 Autominuten. Mein Angebot in der "Villa Volcana" umfasst noch mehr: Malen lernen, Meditation, Filzen, Mandalas herstellen, eine große Fuerteventura- Bibliothek und individuelle Ausflüge jeder Art. Hunde und Katzen gehören ebenfalls zum Haushalt. 
Meine Handy-Nummer: (0034) 608 928 380, 
Haus + Fax: ( 0034) 928 86 86 90. Ich freue mich auf Sie!

Bevor Sie aus Villaverde herausfahren, liegt links noch das Restaurante "EL RANCHO". Man kann dort gemütlich sitzen und lecker speisen, denn der Chef kocht auch hier selbst. Hinter dem Restaurante hat er einen Saal angebaut, in dem er auch Feste ausrichtet und größere Gesellschaften verköstigen kann.

Señor "AGAPITO", Eigentümer und Chefkoch, hat diesen amerikanischen Namen für sein Restaurant ausgesucht, weil er ihn an die Lehr- und Wanderjahre erinnert, die ihn in die ganze Welt geführt hatten, denn diese Insel war bis vor 40 Jahren eine ganz arme Bauern- und Fischerinsel, geschunden von der Sonne, jedenfalls in den Jahren mit wenig Regen. Trockenheit, Hungersnot und Arbeitslosigkeit waren die fatale Lebenssituation. 

Die jungen Leute sind zu Hunderten ausgewandert, so auch "AGAPITO". Afrika war für sechs Jahre sein erstes Ziel, dann Deutschland und Holland, und fast immer arbeitete er als Koch. In Kanada war er zehn Jahre, seine Frau stammt aus Mittelamerika und sein Sohn wurde in Kanada geboren, und dann, 20 Jahre später, als sich auf seiner Insel eine neue "Perspektive", der Tourismus, abzeichnete, kam er zurück in sein Heimatdorf und baute hier dieses Restaurant mit Bar, weil er wusste, Gäste liegen nicht nur am Strand, sondern sie wollen mehr sehen und kennen lernen als nur Sonne, Sand und Meer. Er dachte also schon damals an den "Turismo Rural", den ländlichen Tourismus, der heute die Lücke ausfüllt zum Strandtourismus.

Eine weitere Anlage "ländlicher Tourismus" ist gerade erst im Herbst eröffnet worden, das HOTEL - RESTAURANTE "MAHOH". Der Name ist die Bezeichnung der Altkanarier für "Meine Erde", "Mein Land". Bevor Sie aus Villaverde nach La Oliva fahren, liegt auf der rechten Seite dieses vollkommen im rustikalen Stil wieder aufgebaute Bauerngehöft aus dem 19. Jahrhundert mit 4000 qm herrlicher Gartenanlage.

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Hotel-Restaurante "Mahoh"

"Tenin", der über die Kanaren hinaus bekannte Lehrer, Sänger und Komponist, betreibt mit seiner Familie diese wirklich gelungene Ergänzung zum Strandtourismus.
Neun Gästezimmer mit Bad, Telefon und TV und alten, rustikalen Möbeln erwarten die Gäste. Ferner gibt es ein Restaurant (mittwochs Ruhetag) mit Bar, einen vielseitig nutzbaren Sportplatz (Tennis, Basketball, usw.), Pferdeställe, einen beheizten Swimmingpool, eine Bibliothek und einen Freizeitraum. Urige Kutschfahrten zu interessanten Plätzen können unternommen werden. 15 Autominuten sind es zu den Stränden, 25 Min. zur Hauptstadt und 35 Min. zum Flughafen.

Besuchen Sie ruhig mal das erste "Hotel Rural" im Norden der Insel! Vielleicht kommen ja auch Sie auf den Geschmack!

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Jetzt verlassen wir Villaverde, lassen rechts oben auf dem Mühlenberg die beiden MOLINOS, die "männlichen" Mühlen, hinter uns und sehen die große Ebene mit dem Provinzstädtchen "La Oliva", begrenzt durch den langen Bergrücken vor uns, durch den Vulkankegel von 325 m Höhe und gleichem Namen und die Rückseite vom jüngsten Vulkan Arena. 

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La Oliva mit dem gleichnamigen Berg im Hintergrund
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 Schwimmbad in La Oliva 
   

Ein paar hundert Meter "malpaís" ist auch dort am Rande der Ebene zu sehen. Hier aus seiner pechschwarzen Rückseite wurde der Picón für diese ehemals bedeutende landwirtschaftliche Region abgebaut.

In dieser fruchtbaren Senke, das Regenwasser von den umliegenden Bergen kann zum Glück nicht abfließen sondern sickert in den Boden, hatte sich schon 1708 der Sitz der Militärkommandatur etabliert und schon 1711 bekam La Oliva eine eigene Pfarrei. Der Name soll wohl von dem reichlichen Vorkommen des wilden Olivenbaums (Olea Europea) herstammen.

Die Familien CABRERA BETHENCOURT, DUMPIERREZ und MANRIQUE DE LARA spielten in diesem Feudal-Epochen-Stück die Hauptrollen, als der Ort noch halbamtlicher Regierungssitz und militärisches Zentrum der Insel war. 

Sichtbares Zeichen sind das große Haus an der Hauptstraße, die verfallene "Casa del Inglés" oder "Casa de Manrique de Lara Cabrera", das mit Zinnen ausgestattet ist; ein architektonisches Privileg, das man nur mit ausdrücklicher Lizenz des Landesfürsten erhielt. 

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Casa del Inglés

Aber vor allem gibt es hier das berühmteste, feudalste Herrenhaus "Die Casa de los Coroneles". Es ist zweifellos eines der bedeutendsten kulturgeschichtlichen Symbole der Insel Fuerteventura und hat einen großen architektonischen Wert mit seinen palastähnlichen Ausmaßen und seiner Eleganz. Es zeugt eindrucksvoll vom Reichtum der damals herrschenden Klasse.

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Casa de los Coroneles

Es ist wirklich schade , dass Sie Folgendes momentan (jedenfalls bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe des FFM) nicht aus der Nähe bewundern können:

Das Portal mit dem Wappen, den Ballsaal mit riesiger Freitreppe und hohen zweiflügeligen Fenstern, den zentralen Innenhof mit Galerie, die Holzbalkone mit den meisterhaften Schnitzereien, die zinnenbewehrten Außentürme, die Hauswirtschaftsgebäude, die Wohn- und Gesellschaftsräume, die Kapelle mit Sakristei, die Lagerräume, das Kutschenzimmer, die Ställe, die Wasserreservoirs, die Werkstätten, das Verwalterhaus, die Gesinderäume, den Palmenhain und die Boote, die in regenreichen Jahren auf dem See, der sich Richtung "Heiliger Berg" bildete, herumfuhren.

Diese genauen Beschreibungen werden wir Ihnen liefern, wenn endlich das historische Gebäude samt Ländereien zu einem Museum umfunktioniert wurde. Dies soll im Frühjahr 2003, nach langen Kämpfen um den Erwerb der umliegenden Grundstücke, realisiert werden Aber selbst jetzt noch, in diesem heruntergekommenen Zustand, hat es sich den einstigen Glanz bewahrt.

Es gibt aber noch mehr Sehenswürdigkeiten in La Oliva, die Sie sich auch anschauen können: Ca. 150 m neben der Südwestseite der "Casa de los Coroneles", am Sozialwohnblock vorbei, findet man die "Casa de Capellan", das alte Pfarrhaus. Ein einstöckiges Haus, ein Kleinod, was fast immer übersehen wird. Es überrascht durch ein Portal, dessen Rahmen mit kreuzförmigen, abstrakt-pflanzlichen Motiven reich dekoriert ist, ebenso wie die Rahmen der Fenster, deren Steinmetzarbeiten an südamerikanische Kunst erinnern. Es sind Zeugnisse des wirtschaftlichen und kulturellen Austausches der Kanaren mit Lateinamerika durch die Rückkehr der Emigranten.

Bevor Sie sich vielleicht die Kirche von La Oliva oder die Galerie "Casa Mané" anschauen, könnten Sie sich neben dem Bürgermeisteramt in der Tapa-Bar "Casa de los Coroneles" stärken, vielleicht mit Ziegenkäse und Oliven und einem Carajillo (Espresso mit einem Schuss Brandy).

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Die Größe der Kirche, verehrt wird die "Nuestra Señora de Candelaria", weist auf die einstige Bedeutung des Ortes hin. Sie ist, neben der Kirche von Betancuria, die zweite auf der Insel mit drei Kirchenschiffen. Sie ging aus der ersten Kapelle hervor, die zu Ehren der "Virgen del Rosario" gebaut wurde, stammt aus dem 18. Jahrhundert und beeindruckt vor allem durch den Kontrast zwischen dem strahlenden Weiß der dreigiebeligen Fassade und dem dunklen Glockenturm, der eher an einen Wachturm erinnert.

Der Hauptaltar täuscht mit Illusionsmalerei die Altarnischen vor. Diese fünf Bilder schreibt man dem berühmten kanarischen Maler "Juan de Miranda" zu. Links im Kirchenboden zeigt eine Grabsteinplatte, dass hier die Ehefrau von Coronel Francisco Manrique beerdigt wurde. Zehn Heiligenskulpturen schmücken die Nischen und Wände. Auf dem Bild des Jüngsten Gerichts (4 x 3 m), das 1732 vom Sohn des Gründers der "Casa de los Coroneles" gestiftet wurde, ist zu sehen, dass die untere Ebene der Hölle nachträglich übermalt wurde. 1993 wurde auch diese, wie viele Kirchen und Kapellen auf der Insel, zum B.I.C. erklärt: "Bien de Interés Cultural", Kulturgut von besonderem Wert. 

Ein Muss sollte der Besuch im "Centro de Arte Canario", in der Casa Mané sein, einer wunderschön angelegten Kunstgalerie. Vor 14 Jahren kam Manuel Delgado Camino nach Fuerteventura. Die ruhige Insel der Farben und Formen hatte auch ihn begeistert. Er beschloss eine Galerie zu bauen, wo kanarische Künstler die Möglichkeit haben sollten, auf dieser Insel ihre Werke auszustellen, denn die Kultureinrichtungen damals waren mehr als rar.

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Er renovierte ein verfallenes Herrenhaus mit Garten gegenüber der "Casa de los Coroneles" und gab drei Räume für Ausstellungszwecke frei, dann baute er fast komplett unterirdisch einen langen Galeriegang, denn durch den Bau in die Erde hat er sich den tollen Blick auf die beiden Dreiecksberge, den Montaña Fronton und den Hexenberg, sowie auf die Bergkulisse, hinter der das Dorf Vallebron in einem fruchtbaren Tal liegt, nicht verbaut. Genial durchdacht!

Die wechselnden Ausstellungen zeigen die künstlerische Vielfalt der kanarischen Maler. Daneben haben aber auch Eisen- und Steinskulpturen und Keramiken ihren Platz und natürlich typische Kleinigkeiten, wie die alten Familienstempel, die "Pintaderas".

Im Gartenbereich mit unzähligen Pflanzen und einigen Ruhebänken hat der bekannte Künstler "Agulló", dessen Bilder, mit Naturfarben gemalt, unten im Gang hängen, die Legende vom Riesen "Mahan" in Eisenfiguren umgesetzt. Leise Musikuntermalung vervollständigt das gepflegte Ambiente. Planen Sie genug Zeit ein, denn es gibt sehr viel zu sehen (werktags von 10 bis 17 Uhr)!

Gegenüber der Kirche von La Oliva, in der schmalen Straße, erreicht man nach wenigen Metern auf der linken Seite die "Cilla", den alten Getreidespeicher. Die große Bedeutung, die das Getreide für die Insel Fuerteventura besaß, veranlasste die Inselregierung, hier ein Kornmuseum einzurichten. 

Man nannte die Insel in regenreichen Jahren auch die Kornkammer der Kanaren, während sich das Land in trockenen Jahren in ein Gebiet der Armut verwandelte und viele Menschen auswandern ließ. Die Landwirtschaft war die wichtigste wirtschaftliche Aktivität seit der europäischen Eroberung bis zu diesem Jahrhundert. 

In der Landwirtschaft basierte die soziale Ordnung, die gesamte Ernährung und die wirtschaftlichen Beziehungen der Insel nach außerhalb. Die Bevölkerung ließ sich in den fruchtbaren Tälern und Ebenen nieder, und so entwickelte sich ein natürlicher Anpassungsprozess. Die Gegebenheit der Landschaft, die zu bebauende Erde und die bestmögliche Ausnutzung der Wasserresourcen waren die Herausforderungen an die Menschen.

Nun zum Museum: Das gedrungene, in der alten Bauweise aus Natursteinen errichtete Gebäude aus dem XIX. Jahrhundert, war der Kornspeicher, in dem die Ernte, die der Kirche gehörte, und die Abgaben (der zehnte Teil der Ernte), die die Bevölkerung leisten musste, lagerten.

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Altes Dreschbrett

Im Saal können Sie eine Vielfalt an Werkzeugen, erklärenden Texten und Fotos betrachten. Sie zeigen das tägliche Leben des Großteils der Bevölkerung, das hauptsächlich nur von der Sorge um die Gewinnung von Nahrungsmitteln bestimmt war.
Da war erst einmal die Regenwassergewinnung mittels oft genialer Vorrichtungen unter Ausnutzung des Geländes. Es gab beispielsweise die "Gavias", terrassenähnliche Ebenen, umrandet von Erdhügeln oder Steinmauern (man sieht sie heute noch überall). Dann floss natürlich viel Wasser durch die "Barrancos", die Flussbetten, und dieses wurde mit Kanälen abgezweigt und auf die Felder geleitet. Der Bauer sprach in guten Regenjahren ganz glücklich den Satz: "Die Felder haben getrunken." 

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In den Flussbetten liegen die kleinen, sehr fruchtbaren "Nateros", Minifelder mit gutem organischen Boden. An den steilen Berghängen findet man die "Cadenas", Flächen mit starker Neigung, die befestigt sind mit Steinmauern. Weitere Fotos zeigen die Staubecken, die Wasserstellen, erkennbar durch drei zusammengebundene Pfähle zum Hochziehen der Wassereimer, die Tiefbrunnen mit den metallenen Windrädern, ursprünglich hergebracht von aus Chicago heimgekehrten Emigranten, und die "ALJIBES", Wasserauffangbecken bei den Häusern, und natürlich die "ENARENADOS", das sind die Felder, die mit dem kleinen schwarzen Lavastein, dem Picón oder Lapilli, bedeckt sind, welche den Morgentau speichern und die Erde vor Austrocknung bewahren.

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Um die Verteilung des Wassers gerecht zu gestalten, wurde alles auf der Erde fließende Wasser zum Allgemeingut und nicht zum Eigentum erklärt.

Dann zeigen die Schautafeln das Pflügen, das Vorbereiten der Erde mit Hilfe von Mensch- und Tierkraft und die dazu benötigten Gerätschaften. Man sieht die Zaumzeuge, einzeln oder als Gespann, z.B. die "CANGA", um zwei Esel oder zwei Dromedare einzuschirren oder den "CANGO", um mit nur einem Esel oder einem Dromedar zu arbeiten.

Nun begann das Dreschen, das Worfeln, das Ent- und Auskörnen, das Sieben und das Säubern. Der Dorfplatz "LA ERA", eine meist runde, glatte Natursteinfläche war der Arbeitsplatz.

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Es gab eine gewisse Ordnung, wie die Ernte verarbeitet wurde. Durch das Worfeln trennte man das gedroschene Stroh von den Körnern und dann sortierte man durch's Auskörnen die Spreu aus. Die verschiedenen Siebe waren entweder für die Linsen, die Kichererbsen, die Bohnen oder das Getreide gedacht. Die sauberen Körner wurden nun bereit gelegt auf Matten und Säcken und jetzt begann man mit dem Lagern der Ernte.

In den "TAROS", meist kreisförmige Konstruktionen aus Stein, Lehm und Kalk, lagerte man oben die Körner und unten die Werkzeuge. Die Bauern, die keinen TARO hatten, nahmen zur Lagerung den höchsten Raum im Wohnhaus.

"PAJEROS" sehen ähnlich aus wie unsere Heuhaufen und bestehen aus Stroh, aber innen im Strohhaufen gab es immer eine hohle Kammer, in der als eiserne Notreserve Korn, Käse und Ähnliches aufbewahrt wurde.

Schlussendlich noch die "POSITOS". So wurden die Lagerräume genannt, in welchen die Spenden des Volkes, Körner oder Geld, für die Jahre der Trockenheit verwahrt wurden. Solche gab es in TETIR, PÁJARA, LA OLIVA und in BETANCURIA.

Der Vertrieb der Ernte richtete sich nach dem Ertrag. In schlechten Jahren behielt man alles zum Eigenbedarf, bei reicher Ernte verkaufte man den Überschuss an die anderen Inseln, was wiederum Aktivität in die verschiedenen Häfen und Anlegestellen brachte.

Für diesen Handel existierte eine Reihe von Gewichten und Massen, wie z.B. die FANEGA, die CUARTILLO usw., Kästen aus Holz mit einer entsprechenden Maßeinheit.

So, liebe Leser/innen, wenn Sie jetzt noch wissen, dass man das Stroh als Nahrungsmittel für die Tiere oder zum Füllen von Matratzen und Kopfkissen nahm oder zum Herstellen von Hüten, dann kennen Sie wieder ein Stückchen "Altes Fuerteventura" mehr. Viel Spaß nun mit diesen Erklärungen bei Ihrem Besuch im Museum!

Und nun, liebe Urlauber, geht die Fahrt weiter nach TINDAYA, zum Dorf und zum "Heiligen Berg" der Altkanarier, den man hier im Volksmund auch Hexenberg nennt.

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Schon als wir von Villaverde aus am Mühlenberg vorbeifuhren, lag vor uns am Ende der Ebene von La Oliva dieser wunderschöne Dreiecks- oder Pyramidenberg. Es ist ein Trachytstock, den die Geologen als einen unter anderen Schichten gelegenen Magmapfropf interpretieren. Der an allen Seiten steil aufragende Berg trotzt mit seiner besonderen Härte der Witterung und dort oben, in 400 m Höhe, hatten die Ureinwohner an beiden Gipfeln eine Stätte, wo sie ihre religiösen Rituale zelebrierten, die Positionen der Sonne zur Winter- und Sommerwende bestimmten und wo sie uns über 200 Felszeichnungen hinterlassen haben, eckige Fußumrisse, bei denen die Zehen alle nach Westen gerichtet sind. Man findet solche Zeichnungen nur noch in Nordafrika.

Diesen Gipfelplatz hatten sie sich wahrscheinlich ausgesucht, weil sie glaubten, dort oben den Göttern näher zu sein, außerdem sieht man von dort an klaren Tagen den höchsten Berg Spaniens, den "Pico de Teide" auf Teneriffa, und dort geht auch die Sonne unter.

Ich bin schon oft oben gewesen mit meinen Individual-Wandergruppen, ich kenne den kleinen Pfad und ich habe meinen Gästen die eingeritzten Felszeichnungen gezeigt, die besonders gut bei schräg stehender Sonne zu sehen sind, und ich habe dort auch schon bei Vollmond geschlafen, um die Stimmung des Hexenberges wirklich zu spüren.

Jetzt kann man nur noch mit einer Sondergenehmigung der Inselregierung hinaufsteigen, wegen eines "Projektes" von "EDUARDO CHILLIDA", was ich später noch beschreiben werde.

Die Rundumsicht von oben ist atemberaubend und alle Wanderer beschleicht ein seltsames Gefühl auf diesem eigenartigen Berg.

Nach dem vorsichtigen Abstieg war es immer total entspannend, in einer der beiden typischen Dorfkneipen von Tindaya zu sitzen und sich den Berg, der in aller Munde ist, noch einmal von unten anzuschauen. Denn dieses so majestätisch in der Ebene stehende Naturmonument ist nicht nur national bekannt, es steht auch noch in einem ganz anderen Licht, in internationalem Rampenlicht!

Der weltweit berühmte spanische Bildhauer "EDUARDO CHILLIDA" hatte seit Jahren die Idee, einen Berg auszuhöhlen, denn er arbeitet bei vielen seiner Werke mit dem Konzept der "LEERE". Er hat sich viele Berge angeschaut und dieser hier hat ihn völlig fasziniert. Die Form einer Pyramide, Felszeichnungen in Form von Fußumrissen auf beiden Gipfeln, Hexen-Treff-Platz der weisen Altkanarierinnen, marmor-ähnliches Trachyt-Gestein und archäologische Fundstellen.

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Eduardo Chillida 

Das Kunstprojekt, welches er für diesen "Magischen Berg" plante, ist genau das Gegenteil einer üblichen Skulptur. Er wollte nichts Gegenständliches herausmeißeln aus dem Ergussgestein, das durchzogen ist von violetten, hell- und dunkelgrauen bis ockerfarbenen, dünnen und dicken Adern, das herrliche Farbspiele und wellenförmige Muster zeigt, sondern er wollte im Inneren des Berges einen Raum schaffen, natürlich mit der Hilfe von Technikern und Geologen, der für Menschen aller Rassen und Hautfarben eine Begegnungsstätte des Friedens und der Toleranz sein soll, ein gemeinsamer Nenner von: "NATUR - MENSCH - KUNST".

Dieser würfelförmige Raum, mit einer gleichen Kantenlänge von 40 x 40 x 40 m, soll mit drei Öffnungen versehen werden, zwei an der Decke, durch die das Licht von Sonne und Mond hineinscheinen kann, und eine weitere, durch welche man den Horizont über dem Meer betrachten kann.

Dieses Kunstwerk soll von außen nicht zu sehen sein, das äußere Bild des Berges wird also nicht verändert. Man hat jahrelang sein herrlich gemustertes Gestein abgebaut und zwei große Abraumwunden können Sie beim Umfahren gut ausmachen. Auch die Wände unseres Flughafens sind damit verkleidet. 

Die Umwelt- und Naturschützer protestieren heftig gegen dieses geplante Monumental- Projekt und weisen immer wieder auf das seit 1987 deklarierte Gesetz. Das geschützte Gebiet Tindaya, hat den Status erhalten: Naturmonument, ein kleines Gebiet voller Schönheit und Bedeutung, so wie es heute ist.

Die Gruppe der Befürworter sagt: Fuerteventura ist um eine große Attraktion reicher, was wiederum den Qualitätstourismus hereinholt, und in solchen genutzten Naturschutzzonen wird der Umweltschutz besser eingehalten und kontrolliert, als in Zonen, die weniger frequentiert sind. Abwarten, noch ist nichts entschieden. 
Chillida ist allerdings Anfang September 2002 verstorben, im Alter von 81 Jahren. 

So, nach dieser besinnlichen Rast können Sie die Hauptstraße weiter Richtung Meer fahren und kurz vor Ende des Dorfes die begabte Töpferin Maria Montelongo besuchen, die dort am Fuß der Westseite des Hexenberges ihre Werkstatt hat. Sie stellt die Gefäße nach alten Vorbildern her, zeigt die herrlichen Stücke auf Ausstellungen und in Museen und gibt auch Töpferunterricht. Vielleicht ist sie gerade zu Hause!

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Maria Montelongo mit Familie 

Weiter kann man jetzt ganz runter zur Westküste fahren, entweder nach rechts durch den Barranco Esquinzo (möglichst nur mit dem Jeep) nach El Cotillo zum Fisch Essen oder Baden oder nach links, am Lavafluss des Vulkans M. Quemada entlang, zur "Frauenbucht". Aber Achtung beim Schwimmen an der Westküste, die tückischen Unterströmungen sind lebensgefährlich!

Liebe Leser/innen, auf dem Weg nach Hause möchte ich Ihnen noch die Serpentinenstraße Richtung Vallebron und Caldereta empfehlen. Blicken Sie jedoch, bevor Sie über den Pass fahren, noch einmal zurück über die große Ebene mit dem Hexenberg. Wunderschön!

Nun liegt unter Ihnen das U-förmige Tal von Vallebron mit den Hunderten von alten Terrassenfeldern an den steilen Berghängen. Neben Ihnen, im Tal an der Straße, liegen einige Tiefbrunnen, wo die Wassertransportwagen das ganze Jahr Grundwasser kaufen für die Haushalte, die noch nicht an das insulare Wasserleitungsnetz angeschlossen sind, denn wenn es doch einmal geruht zu regnen, kommt hier an den hohen Bergen viel Wasser herunter.

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Vallebron 

Außerdem stand dieses Tal früher voller Maulbeerbäume. Heute noch schwärmt die Wirtin der einzigen, natürlich urigen Kneipe, "ANTONITA", von der leckeren Marmelade und dem Likör, den sie daraus selbst hergestellt hat.

Nach der Durchfahrt durch das sehr abseits gelegene Dörfchen kommen Sie, wenn Sie sich rechts halten, automatisch nach Caldereta, einem langgezogenem Straßendorf in der Ebene "El PALO". Zwei Bars liegen an der Hauptstraße, ebenfalls die kleine Kapelle aus dem XVIII. Jahrhundert, die der Señora de los Dolores geweiht ist. (Fest am 20. September)

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Lohnenswert für die geologisch Interessierten ist eine Abfahrt vor der Kapelle in das Flussbett von Vallebron und Tinojay. Früher führte der Barranco bis zum Meer, dann setzte sich der Vulkan CALDERETTILLA (228 m) in das Flussbett und versperrte den Abfluss, wodurch an dieser Stelle ein See entstand. 

Durch Caldereta führte früher ebenfalls ein "CAMINO REAL", der kurze Fußweg von La Oliva über Puerto Lajas weiter nach Puerto del Rosario. Unten, an der Hauptküsten- straße angekommen, können Sie links nach Corralejo oder rechts über Puerto del Rosario in den Süden zu Ihren Hotels abzweigen.

Liebe Urlauber/innen, ich hoffe, dass Ihnen diese Erklärungen ein wenig behilflich sind bei der Ausflugsgestaltung auf unserer Insel der Winde und der Ruhe, denn Fuerteventura ist ein Platz im Ozean, wo es noch viel zu entdecken gibt, man muss nur anhalten, aussteigen und schauen.

Ganz schöne und ruhige, aber auch aktive und interessante Urlaubstage wünscht Ihnen das gesamte Redaktionsteam vom FUERTE FAN MAGAZIN !

 

 

 

 
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